Was brauche ich um Yoga zu üben?
- Das Wichtigste um mit Yoga zu beginnen ist eine qualifizierte Anleitung resp. einen Einführungskurs in einer anerkannten Yogaschule. Nimm dir die Zeit verschiedene LehrerInnen zu testen – viele Schulen bieten eine Schnupperstunde an.
- Wenn du zu Hause Yoga übst, achte darauf dass du einen ungestörten Platz hast von ca. 6 Quadratmetern damit du dich auf alle Seiten bewegen kannst. Der Platz soll freundlich und einladend sein.
- Weiter brauchst du eine rutschfeste, nicht zu dicke Matte sowie eine Sitzhilfe in Form eines Kissens oder Bänckchens. Für die Entspannung kann eine Decke und ev. eine Knierolle hilfreich sein.
Wie muss ich mich für die Yogastunde vorbereiten?
- Es ist ratsam mindestens eine, besser zwei Stunden vor dem Praktizieren nichts mehr zu essen.
- Entleere Blase und Darm.
- Lege grossen Schmuck und die Uhr ab – werde zeitlos…
- Trage bequeme, leichte Kleidung die dir auch erlaubt einen grossen Ausfallschritt zu machen.
- Praktizieren Yoga wenn möglich mit nackten Füssen für einen guten Halt und Erdung.
Darf ich als Frau, wenn ich meine Tage habe, Yoga praktizieren?
- Ja, aber übe während der Menstruation achtsam und sanft und erlaube dir, bei Bedarf früher aus der Übung zu kommen. Oft wird empfohlen, auf Umkehrhaltungen zu verzichten. Finde selber heraus, was für dich stimmt.
Wie lange sollte man Yoga-Übungen halten?
- Die Übungsdauer der Asanas variiert je nachdem was ich erreichen will.
Wenn ich z.B. Kraft und Stabilität erlangen will dann wähle ich kraftvolle Asanas, welche länger gehalten werden.
Wenn es eher um Beweglichkeit und Durchlässigkeit geht, ist es sinnvoll „Flows“ (Abläufe) zu üben in denen Atem und Bewegung miteinander synchronisiert werden.
Möchten wir zur Ruhe kommen dann werden am besten langsame Bewegungen gemacht welche oft wiederholt werden.
Wollen wir uns jedoch aktivieren dann hilft es schnelle Abläufe zu üben, ev. mit eingebauten Sprüngen. Wichtig ist, ein Ablauf über mehrere Wochen zu üben bis sie „greifen“ und eine Veränderung stattfinden kann.
Wann ist die beste Zeit Yoga zu üben?
Immer – Hauptsache du versuchst Yoga in dein Leben zu integrieren… und übst!
- Traditionellerweise übt man Yoga am frühen Morgen bei Sonnenaufgang. Da ist das Telefon noch stumm, es läutet noch niemand an der Türe, es ist noch ruhig im Hause und dein Geist ist noch unbelastet.
- Ein weiterer guter Zeitpunkt ist der Abend – den Tag mit Yoga abzuschliessen macht Sinn. Das Üben am Abend hilft dir eine Schleuse zu erschaffen zwischen Arbeitstag und Feierabend.
- Was heute in Yogaschulen auch oft angeboten wird, sind Yogastunden in der Mittagspause. Auch das macht Sinn, da es hilft sich fit zu machen für die zweite Tageshälfte.
Muss ich sehr beweglich sein um Yoga praktizieren zu können?
Nein.
- Viele Menschen verbinden Yoga mit Lotossitz und Kopfstand, mit akrobatischen Bewegungen – doch das ist es nicht. Wichtig ist den Körper da abzuholen wo er im Moment ist.
- Sprechen wir im Yoga von Beweglichkeit, so geht es um die Befreiung von steifen Gelenken, um Mobilisierung damit der Fluss der Lebensenergie unbehindert fliessen kann. Sprechen wir von Flexibilität, geht es vor allem darum, geistige Beweglichkeit zu entwickeln.
Ist Yoga auch für ältere Menschen geeignet?
Ja, Yoga ist für alle Lebensalter geeignet – „Yoga kennt kein Alter“.
- Sicher spüren wir mit dem Älterwerden, dass die Kraft nicht mehr die gleiche ist wie in jungen Jahren und dass die Beweglichkeit ein wenig nachlässt.
- Heute werden zunehmend Yoga-Kurse für SeniorInnen angeboten, welche gerne besucht werden. Die Übungspraxis wird verändert und den Möglichkeiten angepasst. Jedes bewegt sich gerade so, wie es ihm möglich ist, ev. auch auf dem Stuhl. Alle profitieren davon, dass sie etwas für sich tun. Für die Atmung, den Kreislauf, das Nervensystem und das Gehirn. Mit Yoga im Alter kann man ganz konkret den allgemeinen Gesundheitszustand und damit die Lebensqualität verbessern
Ist Yoga ein Ersatz für Sport?
Ja und Nein! Sport und Yoga können sich gut ergänzen…
- Grundsätzlich unterscheiden sich Yoga und Sport in zwei ganz wesentlichen Punkten. Yoga praktizieren wir für uns selbst und fördert uns besonders im Hinblick auf körperlich-geistige Entwicklung.
- Sport dagegen machen wir oft mit anderen zusammen und treten mit ihnen in einen konkurrenzierenden Wettkampf.
- Im Yoga geht es ausdrücklich darum, das eigene Tempo, die eigene Form und Mass zu finden und dabei dürfen Konkurrenz und Wettkampf keine Rolle spielen. Wie beim Sport so können wir auch im Yoga unser Übungsprogramm so zusammenstellen, dass wir Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer trainieren.
- Im Yoga üben wir immer im Hinblick auf unsere geistig-körperliche Entwicklung. Aktivieren wir z.B. Kraft, wollen wir auch unsere innere Kraft erfahren. Arbeiten wir z.B. an unserer Beweglichkeit, wollen wir dabei die Lebensenergie (Prana) in uns befreien und anregen. Trainieren wir unsere Koordination geht es dabei um die Harmonisierung der beiden Gehirnhälften. Das Ausdauertraining soll uns helfen, mit dem inneren „Schweinehund“, mit inneren Hindernissen gelassen umzugehen.
Macht Yoga schön?
Ja, Yoga macht schön!
- Die körperliche Übungspraxis hilft uns die Haltung zu verbessern, wir bewegen uns bewusster, anmutiger und achtsamer. Wir fühlen uns wohler in unserer Haut und strahlen dadurch Zufriedenheit aus. Und diese Zufriedenheit macht uns schön.
- Mit Yoga bekommt man einen neuen Blickwinkel auf das, was im Leben wichtig und richtig ist und was man hinter sich lassen kann. Yoga hilft in Einklang mit sich selber zu kommen – und seine innere Schönheit zu entfalten. Somit werden Äusserlichkeiten wie Falten oder grauen Haare immer unwichtiger, weil der Gesamteindruck ein anderer geworden ist.
Ist Yoga eine Religion?
Nein – oft kursiert das Gerücht, dass Yoga eine Religion sei, was jedoch jeder Grundlage entbehrt.
- In Indien zählt Yoga zu den Sichtweisen der philosophischen Systemen, die versuchen die Welt zu erklären. Die alten Yogatexte reflektieren darüber in welchem Verhältnis der Mensch zu der ihn umgebenden Schöpfung steht. Ein Kernsatz der Upanishaden lautet: “tat tvam asi“ und meint: “Du bist das“ – damit ist gemeint, dass der innenwohnende Wesenskern im Menschen und das Absolute, das die Welt beseelt eins sind.
- Der klassische Yoga-Weg kann „das Herz öffnen“ und das Bewusstsein ausdehnen. Es heisst in den alten Yogaschriften (Yoga Sutra), dass Menschen mit religiöser Veranlagung, auf dem Weg zu sich, besser vorankommen. Der später entwickelte Hatha-Yoga (10. Jahrhundert) versteht sich als ein Heilsweg, um den Menschen den Weg dorthin zu weisen.
1 Kommentar
Melek Tukur sagt:
13/02/2012 von 10:34 (UTC 2)
Sehr geehrte Damen und Herren
Kann man als Anfängerin eine Schnupperstunde bei Ihnen machen?
Interessiert wäre ich für den Tag Mittwoch um 18.00 Uhr.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse
Melek Tukur